LEUCHTTURM »
INSTALLATION
FLORIAN LICHT

Der Jentower im Zentrum der Universitätsstadt Jena ist mehr als Architektur – er ist Wahrzeichen, Projektionsfläche und Streitpunkt gleichermaßen.Vom 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, bis 11. Oktober 2015, während des Festivals „City Visions Jena“, wirft der Turm mit einer Inszenierung des Künstlers Florian Licht neue Schlaglichter auf seine Umgebung. Motiviert von der Symbolkraft des Jentowers geht die Medieninstallation LEUCHTTURM der Beziehung zwischen Stadtraum und dessen Bewohnern nach. Die Installation als digitale Antwort auf das Leuchtfeuer – eines der ältesten Kommunikationsmittel, welches einhergehend Orientierung und Sicherheit schafft. LEUCHTTURM erhöht die Wahrnehmung des Stadtraums durch seine weit sichtbare Erscheinung und dessen Dimension. Der Leuchtturm gibt dem Betrachter einen neuen Bezugspunkt und eine konstante Größe für das Erfassen der Relation von Raum und Zeit. Bewohner und Besucher haben die Möglichkeit, über die umliegenden Berge die Installation in ihrer Gesamtheit zu erwandern und die weithin sichtbaren Signale aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen. Die Installation nutzt Volumen und Gestalt, sowie Infrastruktur des 145 Meter hohen Gebäudes. In den oberen sieben Etagen wird durch 392 LED-Leuchten, bei Einbruch der Dämmerung, eine visuelle Codierung platziert. Umlaufend scheinen Parzellen hell auf und verdunkeln sich wieder. Sie hinterlassen ein Nachbild, um im nächsten Moment mit neuer Konstellation die vergangene Anordnung zu überschreiben. Beiläufige Irritationen des umlaufenden Lichtscheins am Jentower erzeugen Situationen, in denen man nicht weiß, ob sie absichtlich geschehen oder das Ergebnis eines Zufalls sind. Ihr Aufscheinen verweigert sich einer berechenbaren Logik und stoppt den umherschweifenden Blick. LEUCHTTURM animiert die Bürger innezuhalten. Somit wird – bewusst oder unbewusst – der Betrachter in eine Haltung des Wartens und Erwartens versetzt. Es entstehen Pausen und neue Geschwindigkeiten. Das erfolgreiche Warten wird zum performativen Erlebnis. Florian Lichts Werke bewegen sich an der Schnittstelle von Lichtdesign, Animation und Architektur. Nach Studien an der Bauhaus-Universität Weimar und an der Royal Institute of Technology in Stockholm, eröffnete er sein Büro „lichtundsoehne“ in Berlin. In seiner künstlerischen Arbeit konzentriert er sich auf die Wahrnehmung von natürlichen und synthetischen Lichtdynamiken, wobei seine Installationen meist eine unerwartete Interaktion und Erfahrung für den Betrachter schaffen. LEUCHTTURM will ein Fixpunkt sein, den flüchtigen Blick stoppen und zur reflektierten Wahrnehmung des nächtlichen Jenas animieren. » Infos unter www.lichtundsoehne.de und www.city-visions.net.

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